Sprachentwicklungsstörung
Sprachentwicklungsstörung bedeutet eine
Verzögerung bzw. Störung in mehreren sprachlichen Bereichen:
Wortschatz, Aussprache, Grammatik, Sprachverständnis, Erzählfähigkeit
bzw. der muskulären und sensorischen Voraussetzungen dafür.
Die Informationen zu diesem Störungsbild
beruhen auf den neben stehenden dgs-Broschüren Nr. 3 + 4. Autorin: Heft
3 und Heft 4: Angelika Schindler. Bei weiterführendem Interesse stehen
Ihnen diese als Download zur Verfügung.
Die Ursachen sind
vielfältig. Man kann sie grob in zwei Gruppen einteilen.
1.) Verursachende Bedingungen im
physiologischen Bereich betreffen die Körperbeschaffenheit und die
Funktionsweise von Organen oder Organgruppen:
- vorübergehende Hörminderungen durch wiederkehrende
Mittelohrinfekte
- organische Schäden der Sprechwerkzeuge
- mangelnde Sinneswahrnehmung von Gehörtem (s.o.), Gesehenem,
Gespürtem
- funktionelle Störungen der Verarbeitung von sprachlichen
Informationen.
2.) Beeinflussende Faktoren aus dem
familiären Miteinander sind die Häufigkeit von Gesprächen, Vorlesen,
gemeinsamen Handlungen, die sprachlich begleitet werden.
Die Auffälligkeiten sind
je nach Alter des Kindes unterschiedlich. Im ersten Lebensjahr sind
beispielsweise das Ausbleiben oder Verstummen der Lallphase, mangelnder
Blickkontakt, keinerlei Wortproduktion ernst zu nehmende Hinweise auf
eine Sprachentwicklungsstörung. Später sind es:
- geringer bzw. nicht differenzierter Wortschatz
- auffällige Grammatikfehler
- fehlende oder falsch ausgesprochene Sprechlaute
- unangemessene Reaktionen auf sprachliche Aufträge bzw.
häufiges "Ja-Sagen" als Anzeichen von mangelndem Sprachverständnis
- reduzierte Bewegungskontrolle im Mund-Gesichtsbereich (z.B.
vermehrter Speichelfluss über das zweite Lebensjahr hinaus)
- mangelnde Erzählfähigkeit
Ziele der Therapie sind:
- Aufbau und Erweiterung des Wortschatzes
- Abbau der grammatischen Fehler
- Korrektur der Sprechlaute
- Sichere auditive Wahrnehmungsfähigkeit bei der Verarbeitung
von Sprache
- Sicherung des Sprachverständnisses
- Muskelaufbau, sicheres Gespür und physiologische
Bewegungsabläufe im Mund-Gesichtsbereich
- Kommunikationsfähigkeit
Unser therapeutisches Vorgehen basiert auf folgenden
Konzepten:
Der Therapieplan wird auf der Basis einer
individuellen Diagnostik erstellt. Einzelfallorientiert werden u.a.
folgende Konzepte teilweise oder vollständig eingesetzt:
- Patholinguistischer Ansatz bei spezifischen
Sprachentwicklungsstörungen
- Frühe Sprachentwicklungstherapie
nach Zollinger
- Entwicklungsproximale Dysgrammatismustherapie
nach Dannenbauer
- Kontextoptimierung
nach Motsch
- Phonologische Therapie
nach Babbe, Jahn, Brill und anderen
- Auditives Wahrnehmungstraining, Training der phonologischen
Bewusstheit
- Myofunktionellen Trainingsprogrammen
nach Garliner, Kittel, Tillmanns-Karus
- Unterstützte Kommunikation (UK)